Im Wartesaal  

Film zur Sonderausstellung »Tempo, Tempo«

 

Im Wartesaal

Film zur Sonderausstellung »Tempo, Tempo«

Zusammen mit dem bayerischen Satiriker und Kabarettisten Christoph Süß hat jangled nerves in München einen aufwändigen Film für das Haus der Bayerischen Geschichte gedreht. Mit hochrangiger Besetzung und ganz besonderer Filmtechnik.

 

Der Film »Wartesaal – Bayern in den 1920er Jahren« lässt die Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts im Freistaat lebendig werden – eine Zeit des Wartens, der Orientierungslosigkeit und großer technischer Neuerungen. Eine Zeit mit erstaunlich vielen Parallelen zu heute.

 

Neben Christoph Süß, der auch das Drehbuch schrieb, sind zahlreiche bekannte Darsteller mit von der Partie: Max Uthoff und Luise Kinseher, Christian Springer und Helmut Schleich. Die Regie führte Marc Schleiss (jangled nerves).

 

Der zwanzigminütige Film eröffnet ab September 2020 als Auftakt die geplante Sonderausstellung »Tempo, Tempo – Bayern in den 1920ern« im Haus der Bayrischen Geschichte in Regensburg. Er soll Besuchern die politisch und sozial brisante Zeit atmosphärisch nahebringen. Vor allem museums-ferne Zielgruppen möchte das Museum damit für die Epoche zwischen den Weltkriegen begeistern.

 

Genau dafür sorgt das schlaue und ironische Drehbuch von Christoph Süß – im Zusammenspiel mit einem ungewöhnlichen filmischen Konzept: So begleitet die Kamera Süß als frotzelnden Erzähler durch artifizielle Szenenbilder, die als »virtuelle Schaukästen« den Blick in die verschiedenen Szenerien der damaligen Zeit in Bayern ermöglichen.

 

Das szenische Design entstand dabei als ein Hybrid aus real gebautem Set und digitaler Set-Extension auf große LED-Wand. Das digitale Set wird live beim Dreh über die Game-Engine Unreal generiert und zugespielt. Dank eines von jangled nerves optimierten Tracking konnte sich die Kamera völlig frei bewegen. Die Schauspieler agierten so direkt im virtuellen Bühnenbild. Je nach Kamerastandort passt sich das Hintergrundbild einer Szene perspektivisch perfekt an den Betrachtungswinkel an.

 

Zum ersten Mal hat jangled nerves für ein derartiges Konzept keinen Greenscreen-Shoot mit aufwendiger Postproduktion realisiert, sondern einen »What-you-see-is-what-you-get-Film« gedreht. Diese Art zu Drehen ist, wenn man so will, auch eine Parallele zur Filmkunst der 1920er Jahre – nur eben mit der Technik von heute.

 

Konzeptionell kommen auf diese Weise gleich mehrere Genres zusammen – ein bisschen Theater, ein bisschen Film und ein bisschen Doku. Und immer mittendrin:  Erzähler Christoph Süß. Auf diese Weise durchschreitet er das wilde Jahrzehnt und bringt uns den Zeitgeist und die Menschen Bayerns und Münchens der 1920er Jahre näher. Mal lustig, mal tragisch, aber immer mit einem Augenzwinkern versehen.

 

So ist der Film »Wartesaal« ab September 2020 nicht nur für die Besucher des historischen Museums in Regensburg »Großes Kino«.

Auftraggeber

Haus der Bayerischen Geschichte

Ort

München

Jahr

2020

Fotografie

jangled nerves, Melvin Raschke